LIMINALIS...AKTUELLE AUSGABE 2008_02
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AUSGABE 2008_02 * * * A R T I K E L * * *


Empowerment durch Recht? Intersexualität im juristischen Diskurs

von Angela Kolbe

Abstract:  de engZum Artikel:  >> pdf 180kb



Lieb[schtean] Les[schtean], [schtean] du das gerade liest...
Von Emanzipation und Pathologisierung, Ermächtigung und Sprachveränderungen

von Persson Perry Baumgartinger

Abstract:  de engZum Artikel:  >> pdf 184kb

 



Die SYLVAIN-Konventionen – Versuch einer „geschlechtergerechten“ Grammatik-Transformation der deutschen Sprache

von Cabala de Sylvain und Carsten Balzer

Abstract:  de engZum Artikel:  >> pdf 164kb

 



Queere Technologien des Geschlechts. Repräsentationsformen von Technofeminismen, Cyborgismen und anderen Dildo-Topien. Verliebte Maschinen- ein theoretisches Paradox?

von Barbara Eder

Abstract:  de engZum Artikel:  >> pdf 158kb

 



Bodily Transformations and Behavioural Transgressions in Will Self’s Cock and Bull

von Jennifer Moos

Abstract:  de engZum Artikel:  >> pdf 408kb

 





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* * * FOLGEND DIE ABSTRACTS IN DEUTSCH * * *
* * * FOLLOWING THE ABSTRACTS IN ENGLISH * * *

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Empowerment durch Recht? Intersexualität im juristischen Diskurs

von Angela Kolbe

A B S T R A C T

Dieser Artikel untersucht das Thema Emanzipation im Hinblick auf das Verhältnis von Intersexualität und Recht. Er gibt einen Überblick über die Rechtslage und die parlamentarischen Aktivitäten im Zusammenhang mit Intersexualität in Deutschland sowie einen Vergleich der Rechtsprechung in Deutschland mit derjenigen in Kolumbien.
Es wird darauf hingewiesen, dass das Potential von Recht, zu Gesellschaftsveränderungen, Fortschritt und empowerment beizutragen, in Bezug auf Intersexualität bislang leider nicht genutzt wurde. Die Autorin plädiert dafür, die Möglichkeiten des Rechts zu nutzen und diskutiert kritisch Vorschläge für konkrete Gesetzesänderungen. Angesichts eines langsamen Umdenkens deutscher Gerichte in Fragen der sexuellen Identität wird deutlich, dass es sich dabei nicht nur um Wunschdenken handelt. Besonders die neueren Entwicklungen in Bezug auf Transsexualität lassen hoffen, dass sich diese auch positiv auf die rechtliche Situation intersexueller Menschen auswirken werden.

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Empowerment through Law? Intersexuality in a legal discourse

von Angela Kolbe

A B S T R A C T

This article examines the issue of emancipation by focussing on the relation between intersexuality and the law. It reviews the German legislative as well as legal context and further compares German and Columbian jurisdiction. The author argues that the law's potential to contribute towards social change, to assist in fostering progressive practices and to empower marginalised groups has unfortunately not been exploited yet in regard to intersexuality. The author advocates using legal instruments for this purpose and critically scrutinizes specific propositions. The shift by German courts on cases relating to questions of sexual identity shows that this position is not only wishful thinking. New developments on transsexuality give hope that these decisions may have a positive impact on the legal situation of intersexuals.

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Lieb[schtean] Les[schtean], [schtean] du das gerade liest...
Von Emanzipation und Pathologisierung, Ermächtigung und Sprachveränderungen

von Persson Perry Baumgartinger

A B S T R A C T

Dieser Artikel handelt von Emanzipation und Pathologisierung, Ermächtigung und Sprachveränderungen. Ausgehend von einer für trans-, intergeschlechtlich und queer lebende Personen diskriminierenden Sprache, die von zwei „alleingültigen“ Geschlechtern „Mann/Frau“ ausgeht, werden mögliche Widerstandsstrategien aufgezeigt, wie geschlechter-binäre Sprachen von ihrer Zwangszweigeschlechtlichkeit befreit werden können. Der Artikel möchte informieren, provozieren, aufzeigen und v.a. Lust auf weitere kreative widerständige Sprachstrategien machen.

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Dear reader... - On emancipation and pathologisation, empowerment and language modification

by Persson Perry Baumgartinger

A B S T R A C T

This article is about emancipation, pathologization, empowerment and language transformations. Based on a language, that discriminates trans, inter and queer living persons and acts from two „only available“ genders/sexes „man/woman this article will demonstrate possible strategies of resistance of how tow-sexed/gendered languages could be liberated from their compulsory binary system (Zwangszweigeschlechtlichkeit). The article wants to inform, provoke, point out and above all wants to make keen for more creative resisting language strategies.

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Die SYLVAIN-Konventionen – Versuch einer „geschlechtergerechten“ Grammatik-Transformation der deutschen Sprache

von Cabala de Sylvain und Carsten Balzer

A B S T R A C T

Der vorliegende Beitrag ist eine modifizierte und kommentierte Version einer Grammatik-Transformation der deutschen Sprache aus den Anhängen eines queer-psychedelischen Science-Fiction-Romanmanuskriptes. Die zentrale Komponente dieser - im Roman als „Sylvain-Konventionen“ bezeichneten - Grammatiktransformation beinhaltet die Einführung eines neuen grammatikalischen Geschlechtes und seiner Pronomen und Deklinationen.
Mit dem Abdruck der „Sylvain-Konventionen“ in der Liminalis soll eine weiterführende Diskussion über das emanzipatorische Potential der Sprache angeregt werden.

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The SYLVAIN Conventions– An attempt at a `gender equitable´ grammatical transformation of the German language

by Cabala de Sylvain and Carsten Balzer

A B S T R A C T

This article is a modified and annotated version of a grammatical transformation of the German language to be found in the appendices of the manuscript of a queer psychedelic science-fiction novel. The central aspect of this grammatical transformation – referred to in the novel as the `Sylvain Conventions´ - involves the introduction of a new grammatical gender with its pronouns and declination.
The intention behind the publication of the `Sylvain Conventions´ in Liminalis is to stimulate further discussion about the emancipatory potential of the language.

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Queere Technologien des Geschlechts. Repräsentationsformen von Technofeminismen, Cyborgismen und anderen Dildo-Topien. Verliebte Maschinen- ein theoretisches Paradox?

von Barbara Eder

A B S T R A C T

Ausgangspunkt des vorliegendes Texts ist die Analyse des Musikvideos ,All Is Full Of Love’ zum gleichnamigen Song der isländischen Sängerin Björk. Im Video werden Denkmomente aus neueren queeren Theorien und Geschlechterentwürfen mit visuellen Mitteln umgesetzt, die im Text im Hinblick auf ihr geschlechtertransgressives Potential (neu)gelesen und mit-einander in Verbindung gebracht werden. Die von der spanischen Queer Theoretiker_in Beatriz Preciado entwickelte Gegen-Wissenschaft der ,Dildotektonik’ wird als logische Fort-führung der Thesen zur Prothetik und zur Mensch-Maschine-Interaktion aus dem ,Manifest für Cyborgs’ der Wisenschaftstheoretiker_in Donna Haraway verstanden. In Konsequenz dieser theoretischen Genealogie tauchen gegen Ende des 20. Jahrhunderts Bilder von Hybriden am Bildschirm auf. Das Video ,All Is Full Of Love’ legt nicht nur beredt Zeugnis von dieser Existenzform ab, sondern demonstriert auf der Repräsentationsebene auch jene geschlechtlichen Verschiebungen, die mit dem Zusammenbruch der Unterscheidung von ,natürlichem’ Körper und ,künstlicher’ Hinzufügung einhergehen: Dildos, Maschinenarme oder mentale Ausweitungen von Körpern erscheinen als Zitate vormals heterozentristischer Körpervorstellungen, die durch Wiederholung verändert und verque(e)rt werden können.

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Queer Technologies of Gender. Representations of technofeminism, cyborgisms and other dildo-topia. Machines in love – a theoretical paradox?

by Barbara Eder

A B S T R A C T

The analysis of a common product of popular culture stands at the beginning of the following text: Chris Cunningham’s video ,All Is Full Of Love’ visualizes central figures of contemporary queer discourse and gender theory. These tropes- so my thesis- have the ability to transgress conventional borders between sexes, genders and the distinction between human and animal. ,All Is Full Of Love’ demonstrates some main theories deriving from the ,Counter- Science’ of Spanish queer theorist Beatriz Preciado. With her project named ,Dildotektonik’, Preciado is part of a feminist_queer tradition rooted in ,A Manifesto for Cyborgs’ by science theorist Donna Haraway. In consequence of this theoretical genealogy the appearance of cyborgs on the screen is no great surprise, but a shift in form of representation: In ,All Is Full Of Love’ the spectator can see that a cyborg is not a dehumanised figure, but a way of living beyond gender borders. Dildos, mental extensions of mind or the tentacles of machines are not only instruments to disturb conventional imaginations of gendered bodies. They are also quotations of heterosexist practices of making the body and – in consequence of this- genuine queer strategies of changing bodies and genders.  

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Körperliche Transformationen und Verhaltensüberschreitungen in Will Selfs "Cock and Bull"

von Jennifer Moos

A B S T R A C T

Der vorliegende Beitrag beleuchtet den Zusammenhang zwischen Körpertransformationen und Überschreitungen von Verhaltensnormen in einem literarischen Text des britischen Autors Will Self. In Cock and Bull (1992) treffen Leser_innen auf zwei Körper, die durch fantastische Körpertransformationen gegen die heteronormative Geschlechterordnung rebellieren. Der Artikel fokussiert auf die Novelle „Bull“, in deren Mittelpunkt John Bull, ein zunächst höchst maskuliner Rugbyspieler und Sportjournalist, steht. Dieser wird in seiner Identität zutiefst verunsichert, als er feststellt, dass in seiner Kniekehle eine Vagina wächst.
Ausgehend von der Annahme, dass Kunst einen (liminalen) Raum darstellt, in dem das Potenzial besteht, emanzipatorische Alternativen zu normativ dichotomen Körperkonstruktionen kreieren und ausleben zu können, fragt der Artikel auf der Grundlage eines queer-feministischen Ansatzes nach dem in Cock and Bull vermittelten Verhältnis zwischen Körper, ‚personhood’, Nationalität, Männlichkeit und Sexualität, medizinischer Ethik sowie der Pathologisierung geschlechtlich nicht eindeutig kategorisierbarer Körper.

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Bodily Transformations and Behavioural Transgressions in Will Self’s "Cock and Bull"

by Jennifer Moos

A B S T R A C T

This paper examines the connection between bodily transformations and behavioural transgressions in a literary work by the British author Will Self. In Cock and Bull (1992), readers encounter two protagonists whose fantastic bodily transformations can be read as a rebellion against a heteronormative sex and gender system. The article focuses on the novella “Bull” in which John Bull, a highly masculine rugby player and sports journalist, reaches an identity crisis and has to pass a phase of gender insecurity when being confronted with the growth of a vagina in his knee pit.
The paper’s argument is based on the assumption that literature as art has the potential to function as a liminal space. In this space, emancipatory alternatives can be created and ‘lived’ which exist beyond established, dichotomous sex(ed) and gender(ed) normativity. Relying on a queer-feminist approach, this article asks questions on the interrelation between the body, personhood, nationality, masculinity and sexuality, medical ethics and the pathologization of the gender ambiguous bodies presented in Cock and Bull.

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